Hallo,
ich wollte hier noch einmal ein paar Überlegungen reinstellen betreffend Laufschrift / bzw. Feinscrolling horizontal.
Der Profiprogrammierer kennt das sicherlich zur genüge und wir hatten hier im Forum auch schon auf sehr gut Seiten im Internet hingewiesen, wo man alles sehr gut nachlesen kann.
Hier an dieser Stelle kommt jetzt aber ein kleines Programm - wie üblich in Assembler unter MADS - wo ich eine einfache Laufschrift mit "unendlichem Text" in die obere Zeile des Bildschirmes anzeigen lassen werde. Die Schrift läuft feingescrollt von rechts nach links durch, der Grobscroll soll durch Displaylistmanipulation stattfinden. Das ist etwas komplizierter und aufwendiger, macht aber natürlich Sinn, wenn man das erweitert auf das Scrollen des gesamten Bildschirmes. Wenn es tatsächlich wie im Beispiel nur eine Zeile sein soll, dann kann man natürlich den Grobscroll auch durch umkopieren einfach durchführen, das belastet die CPU nicht nennenswert.
Zunächst nehmen wir ANTIC 2 und bauen die Displaylist entsprechend auf. Der Bildschirm startet nicht bei 40000 sondern bei 40040. Ich brauche eine Leerzeile von 40000 bis 40040.
Zeile 2 startet dann ab 40166 damit ich genügend Platz habe ... das erkläre ich später.
Das grobe Prinzip: Ich hole die Buchstaben vom Text und printe sie 2x auf den Bildschirm, einmal in den "sichtbaren" Bereich und einmal in einen unsichtbaren Bereich. Die Displaylist manipuliere ich nun bei jedem Grobscroll um 1 und schiebe somit den angezeigten Bereich über den Speicher.. nach 80 Verschiebungen wird die Displayliste wieder auf den Anfangswert geschrieben und alles startet von vorne.
Anbei der Code:
org $2000
hscrolx .by 00
laufschrx1 = 240
dlist
.by 112,112,112
.by 66+16
dl1 .by 104,156 ;40040
.by 66+16
dl2 .by 230,156 ;40166
:22 .by 2+16
.by 65
.wo dlist
start
mwa #dlist 560
mwa #copy1 laufschrx1
ldx #0
@
mva hscrolx $d404
jsr wartes
jsr wartes
jsr laufschrift
dec hscrolx
jmp @-
run start
.proc laufschrift
#if .byte hscrolx=#0
inc dl1
@
; ------ ab hier jeweils einen Buchstaben holen -------
ldy #0
lda (laufschrx1),y
cmp #3 ; # Text Ende
bne @+
mwa #copy1 laufschrx1
jmp @-
@
sta 40085,x
sta 40005,x
inx
cpx #80
bcc @+
ldx #0
mva #104 dl1
@
clc
lda laufschrx1
adc #1
sta laufschrx1
lda laufschrx1+1
adc #0
sta laufschrx1+1
mva #4 hscrolx
#end
rts
.endp
.proc wartes
lda 20
wa
cmp 20
beq wa
rts
.endp
;===============================================================
; Laufschrift Daten
copy1
.byte "Heute ist ein wirklich schoener Tag, die Sonne scheint und es wird endlich waermer. Der Fruehling kommt und bald ist Sommer, wo wir wieder mit T-Shirt rausgehen koennen.... "
.byte "hier kann jetzt noch ganz viel Text stehen. Die Grenze des Textes ist praktisch nicht limitiert und kann weit ueber die 255 Byte-Grenze hinausgehen. "
.byte "Die Textlimitation ergibt sich natuerlich aus dem Speicher ...... ;-) #"
;===============================================================
;===============================================================
Jeder darf hier frei optimieren - bzw. gibt es einfachere Lösungen?
LG Peter
nur als Hinweis, die Speicherzellen sind in Dezimal angegeben, nicht Hexa-Dezimal!
(ich dachte erst, du programmierst auf dem ST 🙂 )
Super Anleitung! Solche Code-Schnipsel sind immer sehr hilfreich!
keine PN's mehr! Bitte per email kontaktieren! atari1450xld©mega-hz.de
Warum kopierst du die Daten jedes Mal?
Allokier einfach eine Bildschirmzeile zusätzlich direkt hinter deinem String und kopiere die ersten 40 (plus 3) Zeichen dorthin.
Dann kannst du die DL einfach innerhalb deines Strings laufen lassen.
org $2000
hscrolx .by 04 ; =0 waere eine sofortige Inkrementierung von dl1 beim Programmstart
dlist
.by 112,112,112
.by 66+16
dl1 .wo dupli1-3 ;dupli1-3 weil die ersten 3 Zeichen uebersprungen werden
.by 66+16
dl2 .by 230,156 ;40166
:22 .by 2+16
.by 65
.wo dlist
start
; Die ersten 40+x Bytes hinten an den Text anhängen für den "Wrap-Around"
ldx #39+3 ; 40 Zeichen pro Zeile plus 3 Zeichen Überhang
@ lda copy1,X
sta dupli1,X
dex
bpl @-
mwa #dlist 560
@
mva hscrolx $d404
jsr wartes
jsr wartes
jsr laufschrift
dec hscrolx
jmp @-
run start
.proc laufschrift
#if .byte hscrolx=#0
inc dl1
bne @+
inc dl1+1
@
mva #4 hscrolx
lda dl1 ; Ende des Scrollbuffers erreicht?
cmp #<dupli1
bne endproc
lda dl1+1
cmp #>dupli1
bne endproc
mwa #copy1 dl1 ;> => DL wieder auf Anfang setzen
#end
endproc
rts
.endp
.proc wartes
lda 20
wa
cmp 20
beq wa
rts
.endp
;===============================================================
; Laufschrift Daten
; Darf NICHT über eine 4KB-Grenze laufen
copy1
.byte "Heute ist ein wirklich schoener Tag, die Sonne scheint und es wird endlich waermer. Der Fruehling kommt und bald ist Sommer, wo wir wieder mit T-Shirt rausgehen koennen.... "
.byte "hier kann jetzt noch ganz viel Text stehen. Die Grenze des Textes ist praktisch nicht limitiert und kann weit ueber die 255 Byte-Grenze hinausgehen. "
.byte "Die Textlimitation ergibt sich natuerlich aus dem Speicher ...... ;-) "
; Platz fuer den Textanfang, der am Ende nochmal stehen muss, wegen des "Wrap-Arounds".
dupli1 .ds 40+3
;===============================================================
;===============================================================
Die 3 Zeichen zusätzlich brauchst du wegen des Überhangs beim Softscroll.
Interessant ist auch, dass die ersten 3 Zeichen nicht angezeigt werden. Beim Programmstart steht also nicht "Heute ist..." auf dem Bildschirm, sondern "te ist...". Deshalb initialisiere ich die DL beim Start auf 3 Bytes vor dem Ende - und damit kurz vor dem Warp-Around.
Ich spare mir bei Gfx 0, 1 oder 2 (hier haben wir ja meist direkt die Zeichen vom Font) das Kopieren der ganzen Zeichen normalerweise immer und ändere in der DL einfach die Adresse, ab wo der Scroller eingeblendet wird. So kann man bis zu $1000 Zeichen im Scroller haben und muss nicht viel kopieren.
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Hi,
ich hab da ein paar Fragen zu dem Assembler.
@ ist wohl eine Sprungmarke und mit einem Branchbefehl gefolgt von + oder - springt man zur nächsten oder vorherigen?
:22 .by 2+16
Was bedeutet die ":22" ?
mwa #dlist 560
Ist mwa =
LDA #<num
STA REG
LDA #>num
STA REG+1
Das heißt das "w" in dem Befehl steht für "word"?
mva hscrolx $d404
Das wäre dann
LDA hscrolx
STA $D404
?
#if .byte hscrolx=#0
Was bewirkt das hier? Ist das Programmcode oder konditionales Assemblieren?
Jede Info, die zu Hause auf meinem Rechner liegt habe ich unterwegs nicht verfügbar. Jede Info, die im Netz liegt finde ich nicht wieder, wenn ich sie benötige.
@ ist wohl eine Sprungmarke und mit einem Branchbefehl gefolgt von + oder - springt man zur nächsten oder vorherigen?
Korrekt
:22 .by 2+16
Was bedeutet die ":22" ?
22-fache Wiederholung, also 22-mal die 18.
mwa #dlist 560
Das heißt das "w" in dem Befehl steht für "word"?
Korrekt
mva hscrolx $d404
?
Korrekt
#if .byte hscrolx=#0
Was bewirkt das hier? Ist das Programmcode oder konditionales Assemblieren?
Das weiß ich nicht.
#if .byte hscrolx=#0
Was bewirkt das hier? Ist das Programmcode oder konditionales Assemblieren?
Das weiß ich nicht.
Hier wird alles zwischen #if und #end ausgeführt, wenn die Bedingung stimmt.
Also der komplette Block:
#if .byte hscrolx=#0
inc dl1
@
; ------ ab hier jeweils einen Buchstaben holen -------
ldy #0
lda (laufschrx1),y
cmp #3 ; # Text Ende
bne @+
mwa #copy1 laufschrx1
jmp @-
@
sta 40085,x
sta 40005,x
inx
cpx #80
bcc @+
ldx #0
mva #104 dl1
@
clc
lda laufschrx1
adc #1
sta laufschrx1
lda laufschrx1+1
adc #0
sta laufschrx1+1
mva #4 hscrolx
#end
Im Prinzip könnte man das auch so lösen:
lda hscrolx
bne raus
;hier nun alles von inc dli bis zum #end und statt #end das:
raus
rts
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Die Möglichkeit einfach ohne den Text reinzukopieren und nur die Speicherstellen entsprechend zu manipulieren ist natürlich viel eleganter und CPU sparender, ich wollte das Beispiel aber möglichst einfach halten.
Die Option mit #if ... #end finde ich (Basic angelehnt) recht einfach und übersichtlich, die einfache #if ... #end verbraucht dabei nicht mehr Speicher und wird entsprechend gleich schnell übersetzt von Mads! Kann man also bedenkenlos benutzen. man kann es auch komplizierter mit .or und .and verschachteln, das verbraucht aber mehr Rechenkapazität. Das mache ich nur zur Übersicht mal primär und wandel das dann später um.
Hexa oder Dezimal? In der Regel finde ich persönlich dezimal eingängiger, in manchen Situationen ist dei Schreibweise in Hex besser für die Programmierung und ab und an ist es Bit-weise besser... ich verwende das also unterschiedlich!